Der Naturgartenwettbewerb ist nun vorüber. Es war ein sehr spannender Wettbewerb mit vielen schönen Naturgärten. 44 Gärten wurden angemeldet und um ehrlich zu sein, gibt es keine 5, sondern 44 GewinnerInnen, denn die Jury hat durchweg tolle und einzigartige Gärten bewundern dürfen. Aber letztendlich muss man sich entscheiden. Aufgrund des sehr engen Punkteverhältnisses hat die Jury entschieden den dritten Platz dreimal zu vergeben. Jeder einzelne Garten wurde nach den 15 Kriterien des LNV (Landesnaturschutzverbandes) bewertet. Nun steht das Ergebnis fest. Hier ein Bild unserer Preisverleihung vom 22.9.2022 und die fünf bestplatzierten Naturgärten.
Es gab aber am Ende für alle Naturgartenfreunde und Naturgartenfreundinnen, die am Wettbewerb teilgenommen haben, ein Geschenk. Es gab Bücher rund um das Thema Natur, Wald und Nachhaltigkeit und es wurden Nisthilfen, welche der NABU Calw zur Verfügung stellte, verteilt - als Dankeschön für den Einsatz und als Motivation weiter am Thema dran zu bleiben. Alle Gärten sind wichtige Refugien für Mensch und Tier und auch bedeutsam als Trittsteinbiotope in unserer manchmal stark versiegelten Stadtlandschaft.
Nach der Preisverleihung durch Herrn OB-Vertreter, Stadtrat Kömpf und der Preisübergabe durch Herrn Stadtrat Erhard Hofmann fand ein reger Austausch statt, Ideen wurden weitergegeben und Vorschläge gemacht. Und wie soll es nun weitergehen?

Wir gratulieren!

Herzlichen Glückwunsch

1. Platz

Klaus Morgeneier-Hammes (70,50 Punkte)

Bienenparadies

Die Jury sagt dazu, dass sie in Hirsau einen schier nicht enden wollenden Garten vorgefunden, der trotz seiner steilen Lage nahezu nichts vermissen ließ, was auf dem Kriterienkatalog des Landesnaturschutzverbundes gelistet ist. Angesichts von doch immerhin 15 verschiedenen Anforderungen an einen naturnahen Garten, erscheint es durchaus beachtenswert, in all diesen Merkmalen hohe Punktzahlen zu erreichen. Selbst ein gepflegter Naturteich hatte auf einer terrassierten Fläche Platz gefunden. So war es ein ausgesprochenes Vergnügen, zu sehen, was mit etwas Liebe zur Natur auch in einem schwierigen Gelände erreicht werden kann. Somit ein verdienter erster Platz.

Herzlichen Glückwunsch

2. Platz

Gabriele Blaich (59,75 Punkte)

Garten heimsicher Provinienz

Der Lindachhof in Stammheim hat die Probleme einer Steillage nicht. Dafür verdient die Zweitplatzierte besondere Beachtung für die gelungene Verbindung eines an den Kriterien von Naturnähe orientierten Gartens mit den Gegebenheiten eines bäuerlichen Großbetriebs. Beeindruckend waren ein stattlicher Bestand an großen Bäumen heimischer Provenienz sowie gut gepflegte Staudenbeete und weitläufige Wiesen. Das Ambiente einer Umgebung, die frei von sonstiger Wohnbebauung ist und den Wald im Hintergrund hat, verstärkt die Wirkung von Naturnähe im erweiterten Sinn. Anerkennung verdient auch die Bemühung, die für einen Milchviehbetrieb typischen Baulichkeiten, die der Entsorgung von Fäkalien dienen, durch gezielte Begrünung der Betonwände etwas zu kaschieren. Eigentlich ein Ausreißer in der Konkurrenz, da der Naturgarten nicht losgelöst vom landwirtschaftlichen Betrieb gesehen werden kann, da er durch diesen zwangsläufig mitgestaltet wird.

Herzlichen Glückwunsch

3. Platz

Heidrun Kugler (59,60 Punkte)

Aufgrund des sehr engen Punkteverhältnisses hat die Jury entschieden 3 mal den dritten Platz zu vergeben:

Heidrun Kugler

In der Hindenburgstraße wurde die Steillage in Hirsau noch getoppt. Wer glaubte es gehe nicht steiler, wurde von diesem Garten überrascht. Nur noch mit Treppen und solider Terrassierung ist es auch unter solch extremen Bedingungen möglich, Naturnähe zu praktizieren. Naturnah zu gärtnern, zeigt sich hier in einer gelungenen Kombination von Stauden, Büschen und Bäumen sowie darin eingestreut ein Ensemble von Nutzpflanzen zur Deckung des täglichen Bedarfs. Schließlich bieten Büsche und Bäume oder bodendeckende Pflanzen nicht nur für Vögel und Insekten, sondern auch für die Gartenbetreiber eine Nahrungsgrundlage. Dies so anzulegen, dass nichts überwiegt und dadurch eine Harmonie entsteht, ist das besondere Verdienst der Gestalter dieses Hanggartens. Dafür ist der dritte Platz mehr als gerechtfertigt.


Angelika Probst-Küstner

Auf der sonnigen Höhenlage von Stammheim ist die Pflege eines Gartens generell leichter zu bewerkstelligen, als in den extremen Steillagen der Randzonen von Calw oder Hirsau. Nichtsdestoweniger verdient eine besondere Beachtung der Umstand, daß das Ehepaar Probst-Küstner das gesamte Anwesen mit Haus und Scheune hauptsächlich des Gartens wegen erworben hat. Darin kommt eine besondere Verbundenheit zur Natur zum Ausdruck, die in dem ausschließlich biologisch bewirtschafteten Garten ihren Ausdruck findet. Ein alter Baumbestand, umfangreiche Staudenbeete, geschmackvoll kombiniert mit Nutzpflanzen, die auf komplett wasserdurchlässigen Wegen erschlossen werden, beeindruckt nicht weniger als das Angebot für Vögel und Insekten in Form von Versteck- und Brutmöglichkeiten. Man bemüht sich um eine ganzjährige Pflanzenfolge, die auch für Fledermäuse bzw. ihre spezielle Nahrung in Gestalt von Nachtfaltern Anreize bietet. So gab es kaum ein Kriterium auf unserer Bewertungsliste, in dem dieser eindrucksvolle Garten nicht ordentlich punkten konnte. Ein Garten zum verweilen - fürwahr.


Andrea Herzberg

Wenn man sich dem Grundstück nähert, erkennt man nicht, welch kleines Juwel sich einen gleich sich einem offenbart. An den Nisthilfen am Haus erkennt man schon, dass das Thema Artenschutz und Natur gesehen und gelebt wird. Bei der ersten Begegnung mit dem Garten denkt man, schön, aber doch klein und dann setzt man die ersten Schritte und staunt. In einem schmalen aber recht langem Garten hat die Familie Herzberg ein Mosaik an Kleinstrukturen für Mensch und Tier geschaffen. Man kommt bei seinem Gang durch den langgezogenen Garten an Rückzugsorte für Mensch und Tier, man bewundert gepflegte Bereiche und Ecken, die wild sein dürfen. Man geht entlang einer kleinen Teichanlage, heimischen Sträucher, Kräutern. Man entdeckt Nisthilfen und Gestaltungselemente für Kleintiere und am Ende befindet sich eine kleine Obstwiese, die vornehmlich den eigenen Hühnern gehört. Ein Garten zum Entdecken.

Danke an das tolle Wettbewerbs-Team

Ein toller Wettbewerb ist nur so gut, wie das Team, das ihn veranstaltet. Wir danken deshalb ganz herzlich unserer Jury Renate Fischer, Erhard Hofmann, Carina Kober, Markus Mosdzien, Jürgen Vogel sowie der Wettbewerbsorganisation Markus Mosdzien und Carina Kober.

Was ist ein
Naturgarten?

Ein Naturgarten unterscheidet sich von einem Garten im klassischen Sinne durch diese zentralen Prinzipien.

1. Einheimische Wildpflanzen

Durch die bevorzugte Verwendung von einheimischen Wildpflanzen bieten wir einer Vielzahl einheimischer Tierarten Nahrung und Lebensraum.

2. Dynamik und Veränderung

Im Naturgarten denken wir nicht in starren Beeten sondern in dynamischen Lebensräumen. Lebendige Vielfalt und Veränderung sind erwünscht.

3. Funktionsflächen als Lebensräume

Funktionsflächen wie Wege, Mauern, Wände, Bänke oder Trockenmauern bauen wir immer so, dass sie nicht nur uns Menschen, sondern auch möglichst vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten.

4. Strukturvielfalt

Ein Naturgarten bietet durch Strukturvielfalt unterschiedlichen Arten verschiedenste Teillebensräume. So können Totholzhaufen, Sandlinsen oder Lesesteinhaufen wertvoller Bestand eines Naturgartens sein.

Mehr Infos zu Naturgärten

In dieser Broschüre finden Sie praktische Tipps für die Anlage eines Naturgartens.
Mit diesem Flyer können Sie auch andere für die Teilnahme am Wettbewerb begeistern.
Hier haben wir weitere Informationen rund um das Thema naturnahes Gärtnern für Sie zusammengestellt.
Hier finden Sie Informationen zu den Elementen eines Naturgartens

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Mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds gefördert aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale.